Mitglied werden

VhU Darmstadt und Südhessen zu den Arbeitsmarktzahlen im Dezember 2021

„Der Aufschwung am Arbeitsmarkt ist wackelig. In den vergangenen Monaten musste das verarbeitende Gewerbe als Schlüsselbranche Stellen abbauen, vor allem wegen anhaltender Rohstoff- und Lieferkettenproblemen. Deshalb ist jetzt keine gute Zeit für arbeitsmarktpolitische Experimente."

Darmstadt. Die Arbeitslosigkeit in Südhessen* ist im Dezember 2021 mit einem Rückgang um 5 Personen von 18.612 auf 18.607 im Vergleich zum Vormonat nahezu unverändert. 

„Der Aufschwung am Arbeitsmarkt ist wackelig. In den vergangenen Monaten musste das verarbeitende Gewerbe als Schlüsselbranche Stellen abbauen, vor allem wegen anhaltender Rohstoff- und Lieferkettenproblemen. Deshalb ist jetzt keine gute Zeit für arbeitsmarktpolitische Experimente. Leider lässt der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP zu wenig Gutes und zu viele neue Belastungen erwarten“, erklärte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V.

„Statt Unternehmen den dringend benötigten Freiraum zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu lassen, wollen die Ampel-Koalitionäre noch stärkere Belastungen der Wirtschaft durch mehr Umverteilung, höhere Sozialleistungen und Interventionismus. Wenn Schulden und Sozialabgaben steigen ist dies eine Aufschwungsbremse. Ohne eine florierende Wirtschaft gibt es keinen funktionierenden Sozialstaat“, so Widuch weiter. „Daher fordern wir von der neuen Bundesregierung ein klares Bekenntnis zur Sozialabgabenbremse bei 40 Prozent.“

Widuch kritisierte die Pläne für einen politischen Mindestlohn von 12 Euro: „Welche Wirkung dieser Lohnschock am Arbeitsmarkt entfalten wird, ist völlig offen. Die eigentlich dringend benötigten Beschäftigungschancen für Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose werden jedenfalls geringer. Damit droht die ohnehin schon massiv gestiegene Langzeitarbeitslosigkeit wieder zu einem Dauerthema des hiesigen Arbeitsmarkts zu werden. Um die Folgen abzumildern, darf die Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro nicht vor dem 1.1.2023 kommen.“

„Arbeitsmarktpolitisch gefährlich sind auch die Pläne der neuen Regierung, in der Grundsicherung den Vermittlungsvorrang abzuschaffen, die Vermögensprüfung in den ersten zwei Jahren auszusetzen und das Schonvermögen zu erhöhen. Dies ist nichts anderes als der schleichende Übergang zu einem bedürftigkeitsunabhängigen Grundeinkommen. Wir fordern eine Beibehaltung des Grundsatzes des ‚Förderns und Forderns‘, damit nur die staatliche Hilfe erhalten, die sie wirklich brauchen. Eine verbesserte Anrechnung von Hinzuverdiensten und die Einführung von Bagatellgrenzen, die Jobcenter von Bürokratie entlasten, begrüßen wir dagegen ausdrücklich“, sagte Widuch.

* Agenturbezirk Agentur für Arbeit Darmstadt
 

Weitere Presse­mitteilungen

Ansprechpartnerin

Fabienne Bardonner

Pressesprecherin und Kommunikation

06151 2985-42
fbardonner@uvsh.de