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VhU Darmstadt und Südhessen zu den Arbeitsmarktzahlen im Februar 2020

Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im Februar um 526 auf 19.333 gesunken. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent.

Darmstadt. Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im Februar um 526 auf 19.333 gesunken. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent.

Trotz vieler Unsicherheiten ist der Arbeitsmarkt insgesamt weiterhin robust und die Chance auf einen neuen Arbeitsplatz gut: Bei der Agentur für Arbeit Darmstadt sind aktuell 5.608 offene Stellen in allen Berufen gemeldet. Da nicht alle Stellen gemeldet werden, liegt die tatsächliche Zahl noch einmal deutlich höher. Die Auftrags- und Umsatzeinbrüche insbesondere in der exportorientierten Industrie sind jedoch warnende Vorzeichen. Unabhängig davon brauchen südhessische Unternehmen heute und in den nächsten Jahren mehr qualifizierte ausländische Fachkräfte, etwa im Handwerk, im Baugewerbe, den Gesundheitsberufen sowie in technischen und IT-Berufen. „Deshalb ist das Fach­kräfte­einwanderungs­gesetz eine sehr gute Nachricht für Deutschland und besonders für Südhessen. Mit dem Flughafen Frankfurt ist unsere Region die erste Anlaufstelle in Deutschland für viele Menschen aus aller Welt – und muss jetzt auch zu einem Magneten für ausländische Fachkräfte werden“, sagte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

Wichtig sei es, zusammen mit dem neuen Fach­kräfte­einwanderungs­gesetz auch eine Willkommenskultur für Fachkräfte zu entwickeln: „Wer einen Arbeitsvertrag, Qualifikation und Sprachkenntnisse mitbringt, hat alle Chancen in unserer Gesellschaft“, so Widuch. Mit dem Renteneintritt der Babyboomer-Jahrgänge entstehe auch dann eine große Fachkräftelücke, wenn alle hiesigen Potenziale weiter gehoben würden – unter anderem mit mehr dualer Ausbildung, mehr Frauenerwerbsbeteiligung und einem längerem Erwerbsleben. Qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland könnten das Fachkräfteproblem der hessischen Wirtschaft nicht lösen, aber abmildern. Zudem schüfen sie mit ihrer Produktivität auch neue Beschäftigungschancen für andere.

„Hierzulande herrscht oft die Vorstellung, Fachkräfte aus aller Welt würden nur darauf warten, bei uns arbeiten zu dürfen. Hochqualifizierte Nicht-EU-Bürger ziehen an unserem Land jedoch häufig auch vorbei“, so Widuch. Zu einer Willkommenskultur gehöre daher die passende Willkommensstruktur. Die am Einwanderungsprozess beteiligten Behörden – Ausländerbehörde, Arbeitsagentur, Zeugnis-Anerkennungsstelle, Botschaft – müssten besser zusammenarbeiten und schneller entscheiden. Bisher dauern Verfahren für eine Aufenthaltserlaubnis teilweise weit über ein Jahr und damit zu lang:
„Dieser Behördenmarathon schreckt Arbeitgeber und qualifizierte Bewerber aus dem Ausland ab. Hier müssen die Behörden in Kommunen, Land und Bund schnell besser werden“, sagte Widuch.

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Dirk Widuch
Geschäftsführer